Chronik

Chronik des SV Motor Sörnewitz e.V. (Kurzfassung)

Bereits weit vor der Gründung des SV Motor Sörnewitz 1951 gab es im Territorium Sörnewitz/ Brockwitz und Umgebung organisierten Sport der in Vereinen betrieben wurde. Auf Grund der Ansiedlung von Glasfabriken in Neusörnewitz/ Neubrockwitz um die vorige Jahrhundertwende waren dies vorwiegend Arbeitersportvereine in denen Turnen ausgeübt wurde.

Am 30.Juni 1906 schlossen sich die Arbeiterturnergruppen aus Brockwitz und Sörnewitz im Sörnewitzer Gasthof Schanze zur „Freien Turnerschaft Sörnewitz und Umgebung“ zusammen. Dies ist der belegte Anfang des Vereinssportes in Sörnewitz in dessen Tradition sich der heutige Sportverein Motor Sörnewitz sieht. Im Saal des Gasthof Schanze wurden nunmehr die Übungsstunden abgehalten, ca. 45 Mitglieder zählte der Verein Ende 1906.
Neben anderen Spielsportarten entwickelte sich ab 1909 auch zaghaft Fußball, der auf einer vom Verein gepachteten Spielwiese neben dem Wasserwerk Sörnewitz ausgeübt wurde.

Als im Jahr 1913 der Gasthof „Zur Krone“ in Neusörnewitz einen Saal baute, wurde dieser zur Übungsstätte der Vereinsturnerschaft. Dies hatte wiederum einen Mitgliederzulauf zur Folge von dem auch der Fußball betroffen war. Es wurde darum ein neuer und größerer Platz am Sörnewitzer Bahnhof gepachtet. Der Ausbruch des 1.Weltkrieges 1914 unterbrach abrupt die hoffnungsvolle Entwicklung des damaligen Verein „Freier Turn- und Sportverein Brockwitz-Sörnewitz“.

Sofort nach Kriegsschluss begann man den Verein wieder neu aufzubauen. Der Vorstand des Vorkriegsjahres berief am 10. März 1919 eine Hauptversammlung ein. Hier zeigte es sich, dass viele wieder geneigt waren, am Turnbetrieb teilzunehmen. Besonderen Zulauf hatte die Fußballabteilung, so dass drei Mannschaften gebildet werden konnten. Sehr bald zeigten die Turner und Fußballer wieder gute Leistungen.
Der rege Vereinsbetrieb erlitt abermals einen Rückschlag, als die Platzbesitzer dem Verein den Spielplatz kündigten. Nun halfen die öffentlichen Körperschaften von Sörnewitz dem Verein mit auf die Beine. Die Gemeindeverordneten von Sörnewitz beschlossen, am Kahlhügel einen Gemeindesportplatz zu errichten. 1923 wurde mit dem Bau begonnen. Noch glücklicher konnte der Verein sich preisen, weil die Gemeinde Sörnewitz zu gleicher Zeit eine Turnhalle errichtete und diese mit Wasch- und Brausebadgelegenheit ausstattete. Nach einer großangelegten Weiheveranstaltung wurden am 24. April 1926 die Halle und der Platz ihrer Bestimmung übergeben.

Da von nun an der Verein diese vorzüglichen Übungsstätten benutzen konnte, wuchs sein Mitgliederstand immer mehr. Der Fußballabteilung war es durch eifriges Üben gelungen, seit dem Jahre 1929 in der ersten Klasse zu spielen. Ihr Können lockte fast allsonntäglich eine vielhundertköpfige, sportbegeisterte Menschenmenge nach dem Sportplatz. Der Verein umfasste 242 Mitglieder. Davon gehörten 114 der Turnabteilung an, einschließlich der Kinderabteilung.
Die Fußballabteilung gliedert ihre 128 Mitglieder in 4 Vollmannschaften, zwei Jugendmannschaften, eine Altersmannschaft und eine Knabenmannschaft.

Mit dem Verbot der Arbeitersportvereine nach der Machtergreifung durch die Nazis fand diese positive Vereinsentwicklung 1933 wieder ein jähes Ende. Der Sport wurde in Sörnewitz von da ab im wesentlichen in Rahmen des Betriebssportes des Siemenswerkes Sörnewitz durchgeführt.
Bedingt durch bauliche Erweiterungen des Siemenswerkes musste der Sportplatz am Kahlhügelweg wieder weichen und wurde von Siemens am heutigen Standort 1936 wieder errichtet. Während des 2.Weltkrieges befand sich ein sogenanntes Fremdarbeiterlager auf dem Sportplatz. Ein Sportbetrieb war nicht möglich.

Anfang 1946 entwickelten sich wieder die ersten sportlichen Aktivitäten nach Kriegsende. Dabei galt es natürlich, enorme Schwierigkeiten materiell-technischer Art zu überwinden. Auch der Hunger spielte eine wesentliche Rolle. Mit leerem Magen war nun mal nicht gut Sporttreiben! Letzten Endes führten Ausdauer und Beharrlichkeit , sowie die Liebe zum Sport dazu, dass eine ganze Reihe von Sportlern auch in Sörnewitz den Sport wieder aufbauten.

Am 24.1.1950 bekamen wir von der Landesregierung Sachsen die Genehmigung, auf Betriebsbasis in Form einer Sportgemeinschaft den Sport in organisierter Form auszuüben. Es entwickelte sich besonders der Kinder- und Jugendfußball.

Am 2. Februar 1951 war es dann soweit, die Betriebssportgemeinschaft „Motor Sörnewitz“ wurde gegründet. Trägerbetrieb war die Elektrowärme Sörnewitz.
Zum 1. Vorsitzenden der BSG wurde Sportfreund Erich Müller gewählt. Es bestanden Turnen/Gymnastik, Tischtennis, Fußball, Handball, Schwimmen, Schach und Kegeln.
Am Ende des Gründungsjahres 1951 zählte die BSG ca.200 Mitglieder.

Die Hauptaufgabe in den ersten Monaten und Jahren bestand darin, die Sportstätten in einen brauchbaren Zustand zu versetzen.
Mit Hilfe und Unterstützung des Betriebes und des Rates der Stadt Coswig sowie der Mitarbeit der Sportler wurden die Sportstätten in einen nutzungsfähigen Zustand versetzt.
Auf der Bosel wurde eine Baracke käuflich erworben und von den Sportlern demontiert und auf dem Sportplatz wieder aufgebaut.

In den folgenden Jahren entwickelte sich die BSG mit recht unterschiedlichem Niveau. 1952 kamen die Sektionen Wintersport und Wandern/Touristik hinzu.

  • 1952 wurden die Sörnewitzer Jungs Sachsenmeister im Fußball.

  • 1953 kamen die Sektionen Schwimmen und Schach zum Erliegen.
    Die Versuche, Leichtathletik und Volleyball aufzubauen, schlugen fehl.

  • 1955, am 22. April, schlossen sich die traditionsreichen Radsportler in Übereinstimmung mit der damaligen SG Weinböhla, der BSG an.

  • 1956 kamen die ehemals vorbildlichen Sektionen Handball und Tischtennis zum Erliegen. In Verbindung mit dem Wintersport wurden Anfänge in der Leichtathletik sichtbar.

  • 1956 – Berufung von Lothar Pasieka in die DDR-Jugendauswahl Fußball

  • 1957 – 1958 wurde ein erfreulicher Aufschwung in der Frauengymnastik und im Kinderturnen erzielt.

  • 1959 – Gründung der Sektion Leichtathletik und erneutes Aufleben von Handball/weiblich.

  • 1960 – Bildung der Sektion Judo

  • 1962 – Übernahme von 40 Keglern der BSG Chemie Sörnewitz, Einführung einer Knabenturnabteilung. Sektion Turnen/Gymnastik mit 155 Mitgliedern stärkste Sektion der BSG.

  • 1963 – Handball kommt erneut zum Erliegen.

  • 1964 – Auflösung der Sektion Judo; Zwischendurch bestanden noch die Sektionen Tischtennis

  • 1972 – 1976 (Tischtennis besteht wieder seit 1990) und Schach 1976 – 1981.

  • 1970 – 1989 Jährliche Durchführung der Sörnewitzer Betriebs-u.Wohngebietsfestspiele als bedeutendstes breitensportliches Ereignis

  • 1982 – Die ehemalige Leichtathletin des Vereines Anke Tröger wird Junioreneuropameisterin im Siebenkampf

  • 1983 – Bildung der Sektion Volleyball (Volkssport)

  • 1986 – Letzter Bosellauf

  • 1987 – Bildung der Sektion Federball/Badminton

  • 1987 – Erstmals die 500 Mitglieder Grenze überschritten

  • 1988 – Abschluss eines Freundschaftsvertrages mit Gornik Zlotaria VR Polen

  • bis 1989 fanden 4 Vergleiche im Fußball statt.

  • 1990 – 26.06.90 per Beschluss der Mitgliederversammlung Wandlung von BSG zum SV Antrag auf Eintragung ins Vereinsregister und auf Erteilung der Gemeinnützigkeit; Eine Beitragsordnung wurde beschlossen. Von 15,60 DM Jahresbeitrag (DTSB) nun 60,00 DM ab 1991 (Erwachsene).

  • 1990 – Ende d.J. machten sich die Radsportler selbständig als Verein in Weinböhla. Nur noch 250 Mitglieder im Verein.

  • 1991 – Durchführung der 1. Boselwanderung

  • 1991 – Ende d.J. verlassen die Bergsteiger den Verein u. schließen sich den Alpenverein an

  • 1992 – Abriss der Kegelbahn durch Baumaßnahmen der Fa. ALHO

  • 1992 – Durchführung des 1. Gerümpelturniers im Fußball

  • 1993 – Fertigstellung des Kleinfeldhartplatzes

  • 1994 – Leichtathleten von Stahl Coswig fusionieren mit der Abt. LA des Vereins

  • 1994 – Einweihung der Fitnessräume in der Sporthalle Brockwitz

  • 1995 – Bildung der Abteilung Hockey

  • 1995 – Der ehemalige Leichtathlet des Vereines Uwe Jahn wird Deutscher Meister über 400 m

  • 1996 – Erstmals die 600 Mitgliedergrenze überschritten

  • 1996 – Der Triathlet Rolf Baum wird als erster Sportler des Vereins Sportler des Jahres 1995

  • 1996 – Bildung einer Seniorensportgruppe

  • 1997 – Errichtung eines Beachvolleyballplatz

  • 1998 – Errichtung einer vereinseigenen Kegelbahn

  • 1998 – Hockey und Volkssportfußball Brockwitz verlassen den Verein

  • 1999 – Erstmals in der Vereinsgeschichte tritt ein Vorstand geschlossen zurück. Ein Notvorstand leitet 2 Monate die Vereinsgeschäfte

  • 1999 – Die 1. Männermannschaft Fußball steigt in die Kreisliga auf

  • 2000 – Übernahme des Sportplatzes durch den Verein

  • 2000 – Errichtung eines 2. Großfeldrasenplatzes u. einer Hammerwurfanlage

Als BSG-Leiter waren bisher tätig:

1951-52  Erich Müller
1952-56  Siegfried Tillack
1956-63  Hans Schulze
1963-66  Gerhard Truhm
1966-81  Hans Schulze
1981-98  Heinz-Jürgen Greiß
1998-99  Stefan Schneider
1999-     Dr. Hans-Jürgen Creutz (03/99-04/99 als Notvorstand)

Als hauptamtliche Mitarbeiter des Vereines waren bisher tätig:

1951-1970   Kurt Mierisch
1970-1974   Herbert Slansky
1974-1978   Horst Becker
1978-1990   Dorle Erdmann
1991-1997   Frank Zschörnig
1997-1999   Ronny Wendler
1999          Anke Freytag
1999-         Bernd Fiebig

Sportfreunde deren Namen mit der Entwicklung unseres Vereines besonders eng verbunden waren.

Es sind diese:

Kurt Mierisch 1970 verstorben
1951-1970 hauptamtlich für die BSG tätig, Initiator und Organisator des Sportes in der BSG und im Betrieb, hatte entscheidenden Anteil an der Entwicklung der BSG

Fritz Opitz bis zu seinem allzu frühen Tode 1981 in der Sektion Fußball unermüdlich wirkend für den Sport, erwarb sich insbesondere im Bereich des Kinder- und Jugendsports große Verdienste Sein Name ist heute eine Legende in Sörnewitzer Fußballkreisen.

Hans Schulze übte bis zu seinem Tode 1981 mit insgesamt 21 Jahren die längste Zeit die Funktion des BSG-Leiters aus sein Wirken ist engstens mit der guten Entwicklung unserer BSG verbunden, er war ein fanatischer Turner, als einziger unserer SG 1968 mit der höchsten Auszeichnung des DTSB, der „Friedrich-Ludwig-Jahn-Medaille“ ausgezeichnet

Herbert Slansky 1974 verstorben Sein Name ist auf das Engste mit dem enormen Aufschwung des Breitensportes in der BSG verbunden. Durch sein Wirken wurden 1970 die 1. Sörnewitzer Betriebs-und Wohngebietsfestspiele, übrigens die ersten im Kreis Meißen, ins Leben gerufen.

Erich Hunger 1990 verstorben erwarb sich große Verdienste bei der Entwicklung des Fußballes in Sörnewitz insbesondere im Männerbereich

Arndt Erdmann 1993 verstorben Begründer der Leichtathletik im Verein, sehr erfolgreicher Übungsleiter und langjähriger Abteilungsleiter Leichtathletik. Wurde als Verdienter Meister des Sportes ausgezeichnet

Aus unseren Verein sind auch eine ganze Anzahl besonders erfolgreicher Sportlerinnen und Sportler hervorgegangen, so z. B.:

Hans-Ullrich Thomale aus der Sektion Fußball früher verantwortlicher Oberligatrainer beim 1. FC Lok Leipzig

Jens Hübler Sprinter, mehrfaches Nationalmannschaftsmitglied 1980-82 aus der Sektion Leichtathletik

Anke Tröger 1982 Junioren-Europameisterin im Siebenkampf, ebenfalls aus der Sektion Leichtathletik

Uwe Jahn 1995 Deutscher Meister über 400 m in der Leichathletik